In den meisten Wohnungen hängt das Kochen am Strom, und selbst ein Gasherd braucht für die Zündung oft einen Funken aus der Steckdose. Fällt der Strom länger aus, gibt es ab dem zweiten Tag eine Frage, die wichtiger ist als der Hunger: womit kochst du, ohne dich dabei zu vergiften? Denn die Gefahr beim Kochen ohne Strom ist nicht das kalte Essen. Es ist das Kohlenmonoxid.
Erst die Frage, ob überhaupt
Der Notvorrat für zehn Tage lässt sich zur Not komplett kalt essen: Konserven, Brot, Nüsse, Trockenobst. Niemand muss kochen können, um zehn Tage zu überstehen. Ein Kocher ist trotzdem sinnvoll, aus drei Gründen, die alle mit Wasser zu tun haben: Er kocht Trinkwasser ab, wenn die Versorgung unsicher wird (der Wasser-Beitrag erklärt, wann das nötig ist), er macht Babynahrung und Tee, und er wärmt eine Suppe, die am dritten dunklen Abend mehr für die Stimmung tut als jede Checkliste. Der Kocher ist also vor allem ein Wasserkocher. Das ändert, was du kaufen solltest: nicht den größten, sondern den sichersten und sparsamsten.
Die Optionen im Vergleich
| Kocher | Brennstoff | In der Wohnung? | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Gaskocher mit Schraubkartusche | Butan-Propan-Gemisch, Kartusche mit Gewinde (EN 417) | Ja, mit weit offenem Fenster und CO-Melder | Der Standard. Kartusche lässt sich abschrauben und lagern, Wintergemisch funktioniert auch bei Kälte. |
| Gaskocher mit Stechkartusche | Butan, Kartusche wird angestochen | Ja, dieselben Regeln | Billig und überall zu haben. Nachteil: Die Kartusche bleibt bis zum Leeren im Gerät, und reines Butan versagt unter fünf Grad. |
| Spirituskocher | Brennspiritus | Ja, dieselben Regeln | Leise, robust, keine Technik, die kaputtgeht. Langsam, und die Flamme ist bei Tageslicht fast unsichtbar. |
| Trockenbrennstoff (Esbit) | Tabletten | Nur als Notlösung | Winzig, für den Rucksack. Für eine Familie zu schwach, und es riecht. |
| Holzkohlegrill, Gasgrill | Kohle, Propanflasche | Nie. Auch nicht in der Garage oder im Wintergarten. | Draußen gut. Drinnen tödlich: Holzkohle erzeugt in einem geschlossenen Raum binnen zwei Stunden genug Kohlenmonoxid, um bewusstlos zu werden. |
| Rechaud mit Brennpaste | Brennpaste | Ja | Hält warm, kocht nichts. Für Fondue gebaut, nicht für zehn Tage. |
Für einen Haushalt läuft es auf den Gaskocher mit Schraubkartusche hinaus, mit einem Spirituskocher als Reserve, wenn das Budget reicht. Wer schon einen Gasherd mit Flaschengas hat, ist ohnehin fertig: Streichholz statt Piezozündung, und er läuft.
Kohlenmonoxid: die Regeln, die nicht verhandelbar sind
Jede Flamme erzeugt Kohlenmonoxid. Ein sauber brennender Gaskocher mit blauer Flamme erzeugt wenig, ein Holzkohlegrill sehr viel, aber wenig ist nicht null, und in einer geschlossenen Küche, in der zwanzig Minuten gekocht wird, sammelt es sich an. Das Gas ist farblos und geruchlos. Die ersten Zeichen sind Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel, und genau die schiebt man in einer Krise auf den Stress. Deshalb gelten fünf Regeln, ohne Ausnahme:
- Fenster weit auf, solange die Flamme brennt. Kippen reicht nicht.
- Nie als Heizung. Ein Kocher, der stundenlang läuft, um den Raum zu wärmen, ist eine der häufigsten Ursachen für Kohlenmonoxid-Vergiftungen im Stromausfall.
- Nie im Schlafzimmer, nie unbeaufsichtigt, nie mit Kindern allein im Raum.
- Ein CO-Melder im Raum, in dem gekocht wird. Ein Rauchmelder erkennt kein Kohlenmonoxid. Achte auf die Norm EN 50291 und einen Sensor mit sieben bis zehn Jahren Laufzeit.
- Bei Kopfschmerz und Übelkeit: Flamme aus, raus, Luft. Nicht abwarten.
Und eine Ehrlichkeit an dieser Stelle: Einen CO-Melder aus eigenem Gebrauch kann ich nicht empfehlen, weil ich noch keinen habe, hinter dem ich stehe. Er steht deshalb hier ohne Link, aber ganz oben auf meiner Liste, noch vor der zweiten Kartusche. Ein Gaskocher ohne CO-Melder ist eine halbe Anschaffung.
Brennstoff rechnen: ein Beispiel
Die Angabe „3500 Watt" auf dem Kocher sagt nur, wie viel Gas er maximal verbrennt: bei dieser Leistung rund 250 Gramm pro Stunde. Eine 500-Gramm-Kartusche wäre bei voller Flamme also nach zwei Stunden leer. Das klingt wenig, aber niemand kocht zwei Stunden auf Vollgas. Die bessere Rechnung geht über Liter:
- Einen Liter Wasser von Zimmertemperatur zum Kochen zu bringen kostet mit einem Campingkocher und Deckel auf dem Topf grob 15 bis 20 Gramm Gas. Ohne Deckel, im Wind oder aus dem kalten Kanister deutlich mehr.
- Eine Kartusche mit 500 Gramm kocht demnach etwa 25 bis 30 Liter Wasser.
- Ein Haushalt mit vier Personen, der zwei warme Mahlzeiten und Tee am Tag zubereitet, braucht ungefähr vier bis sechs Liter kochendes Wasser täglich, also 80 bis 120 Gramm Gas.
- Für zehn Tage sind das rund ein Kilogramm: zwei bis drei Kartuschen zu 500 Gramm, die dritte als Reserve für Wind, Kälte und Fehlbedienung.
Die Faustregel daraus: eine 500-Gramm-Kartusche für zwei Personen und eine Woche, wenn nur gekocht wird, was gekocht werden muss. Wer beim Vorrat auf Lebensmittel setzt, die kurz kochen (Couscous, Haferflocken, Instantnudeln, Kartoffelpüree-Pulver) statt auf Reis und Vollkornnudeln, halbiert den Verbrauch. Und eine Thermoskanne, morgens einmal gefüllt, spart das dritte Anzünden am Tag.
Zur Lagerung: Kartuschen kühl, trocken und ohne direkte Sonne, nicht neben Heizung oder Herd, nicht über fünfzig Grad. Ein paar Kartuschen im Schrank sind unproblematisch, eine Palette nicht, und große Propanflaschen gehören nicht in die Wohnung. Ungeöffnete Schraubkartuschen halten viele Jahre; die Piezozündung des Kochers hält meist kürzer als die Kartuschen, deshalb liegt ein Feuerzeug daneben.
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Was hier tatsächlich im Schrank steht
Zwei Dinge, seit Jahren, mit dem, was daran nervt:
- Ein faltbarer Gaskocher mit Piezozündung. Bei mir ein Campingkocher der 3500-Watt-Klasse mit Schraubanschluss, der zusammengeklappt in eine Hand passt. Die Leistung ist mehr, als eine Küche braucht. Was zählt: Er steht mit einem Zwei-Liter-Topf stabil und nimmt jede Schraubkartusche nach EN 417. Was nervt: Die Piezozündung ist bei allen Kochern dieser Klasse das erste Teil, das ausfällt; deshalb liegt das Feuerzeug daneben.
- Kartuschen mit Wintergemisch. Bei mir vier Schraubkartuschen zu 500 Gramm mit Gewinde EN 417. Wintergemisch heißt Butan mit Propan und Isobutan, das auch bei Frost noch verdampft. Vier Stück sind für einen Haushalt eher zu viel als zu wenig; nach der Rechnung oben reichen sie für zwei Wochen mit Reserve.
Was fehlt: der CO-Melder, wie gesagt, und ein Spirituskocher als zweiter Weg. Beides steht hier ohne Link, weil es hier auch ohne eigenen Gebrauch keine Empfehlung gibt.
Kochen, was da ist
Ohne Strom fehlt auch der Kühlschrank, deshalb gilt am ersten Tag: erst das Frische, dann das Gefrorene, dann die Konserven. Der Beitrag zu den ersten zwölf Stunden hat die Zeiten dafür. Beim Kochen selbst: Deckel drauf, kleiner Topf, wenig Wasser. Konserven müssen nur warm werden, nicht heiß; das spart Gas. Ein Topf für alles spart Spülwasser, und Spülwasser ist im Stromausfall Trinkwasser.
In Keepilo gehört der Brennstoff ins Inventar wie das Essen: Kartuschen mit Stückzahl und Lagerort, der Kocher mit Erinnerung an den Zündtest einmal im Jahr. Der Rationierungsplaner rechnet dir die Mahlzeiten pro Tag aus, und wer die Mahlzeiten kennt, kennt die Liter, und wer die Liter kennt, kennt die Kartuschen. Kein Konto, keine Cloud; die Rechnung läuft auf dem Gerät, auch wenn der Strom weg ist.