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Hausapotheke für den Notfall: Checkliste nach Wirkstoffen

· von Andreas Schneider

In einer Lage, in der Straßen gesperrt sind oder der Strom fehlt, ist die Apotheke zu, die Praxis überlastet und der Rettungsdienst für die schweren Fälle da. Alles, was du selbst behandeln kannst, solltest du dann selbst behandeln können. Genau dafür ist die Hausapotheke gedacht, und sie ist bei den meisten ein Schuhkarton mit abgelaufenen Resten. Hier ist die Liste des Bundesamts für Bevölkerungsschutz, übersetzt in Wirkstoffe, damit sie auch dann stimmt, wenn dein gewohntes Präparat gerade nicht lieferbar ist.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Dosierungen, Wechselwirkungen und die Frage, was für dich persönlich passt, klärt die Apotheke in fünf Minuten, und das ist gut investierte Zeit.

Zwei Listen, ein Schrank

Eine Hausapotheke besteht aus zwei Teilen, die getrennt gekauft werden. Der erste ist das Verbandmaterial, und da ist die Antwort einfach: ein Kfz-Verbandkasten nach DIN 13164. Er ist billig, überall zu haben, und enthält Kompressen, Verbandpäckchen, Pflaster, Dreiecktücher, Rettungsdecke, Einmalhandschuhe und eine Schere in einer Menge, die für eine Familie reicht. Der zweite Teil sind die Medikamente, und dort beginnt das Denken.

Die BBK-Liste in Wirkstoffen

Das BBK nennt Kategorien wie „Schmerzmittel" oder „Mittel gegen Durchfall". Die Tabelle setzt dafür Wirkstoffe ein. Der Grund: Ein Wirkstoff bleibt richtig, wenn die Marke wechselt, und in der Apotheke bekommst du unter dem Wirkstoffnamen immer das günstigste Präparat.

ZweckWirkstoff oder MittelHinweis
Schmerzen, FieberIbuprofen und ParacetamolZwei verschiedene Wirkweisen, die sich bei Bedarf abwechseln lassen. Ibuprofen wirkt zusätzlich gegen Entzündung, belastet aber Magen und Niere; Paracetamol schont den Magen, hat aber eine strenge Tageshöchstdosis wegen der Leber. Beide nicht länger als drei Tage ohne ärztlichen Rat.
DurchfallLoperamid; Elektrolytlösung zum AnrührenLoperamid nur kurz, nicht bei Fieber oder blutigem Durchfall und nicht für Kinder unter zwölf. Wichtiger ist der Flüssigkeitsersatz: Elektrolytbeutel aus der Apotheke, zur Not ein Liter abgekochtes Wasser mit sechs gestrichenen Teelöffeln Zucker und einem halben gestrichenen Teelöffel Salz.
Übelkeit, ErbrechenDimenhydrinatMacht müde. Bei Kindern nur in der altersgerechten Form und Dosis.
ErkältungAbschwellendes Nasenspray (Xylometazolin), Hustensaft mit Efeu-Extrakt, LutschtablettenNasenspray höchstens eine Woche am Stück. Für Kinder eigene Saftstärken ab einem Jahr, Nasenspray in Kinderdosierung.
Allergie, InsektensticheCetirizin oder Loratadin; kühlendes Gel mit AntihistaminikumWer eine bekannte schwere Allergie hat, braucht sein Notfallset vom Arzt; das steht auf keiner Standardliste.
Wunden, HautWunddesinfektion mit Octenidin oder Polyhexanid, Wund- und Heilsalbe, BrandwundenauflageAlkohol brennt, und Jod ist bei Säuglingen und Schilddrüsenkranken tabu; Octenidin ist beides nicht.
HändeHändedesinfektion auf AlkoholbasisWenn kein fließendes Wasser da ist, ersetzt sie das Händewaschen vor dem Essen und nach der Toilette. Ein halber Liter für zehn Tage ist realistisch.
Messen und KühlenFieberthermometer, Sofort-Kältekompressen, Pinzette, ZeckenkarteKältekompressen zum Knicken brauchen keinen Kühlschrank. Das Thermometer mit Ersatzbatterie.
SonneSonnenschutz, Mittel gegen SonnenbrandKlingt nach Urlaub, ist aber die Verletzung, die beim Sandsäckeschleppen im Juli tatsächlich passiert.

Für Kinder gilt zusätzlich: Alles in der passenden Form (Saft, Zäpfchen) und mit Dosierung nach Gewicht, keine Acetylsalicylsäure, und die Dosierhilfe zum Präparat aufheben. Ein Blick in die Packungsbeilage kostet weniger als ein Anruf beim Giftnotruf, den du dir trotzdem auf die Notfallkarte schreibst.

Die Lücke: Dauermedikamente

Die Standardliste hilft bei Schnupfen und Schürfwunde. Die eigentliche Gefahr in einer Krise liegt woanders: bei Insulin, Blutdrucksenkern, Schilddrüsenhormonen, Antiepileptika, Asthmasprays, Gerinnungshemmern. Wer davon abhängt, braucht in der Hausapotheke eine Reserve, und die entsteht nicht von allein, weil die Krankenkasse in der Regel für das laufende Quartal verordnet. Drei Schritte:

  • Mit dem Arzt sprechen. Um eine große Packung bitten und das Folgerezept holen, wenn noch zwei Wochen Vorrat da sind, nicht wenn die Packung leer ist. So entsteht mit der Zeit eine Reserve von zwei bis vier Wochen, ohne dass etwas abläuft, weil du immer die älteste Packung zuerst nimmst.
  • Den Medikationsplan auf Papier haben. Ab drei verordneten Medikamenten gibt es ihn vom Arzt; er gehört in die Notfallmappe und in Kopie ins Notgepäck. Ein leeres Handy kennt keine Dosierungen.
  • Die Kühlung klären. Insulin und einige Biologika müssen kühl bleiben. Ohne Strom heißt das Kühlbox mit Kühlakkus, die vorher im Gefrierfach lagen, und ein Thermometer in der Box. Der Beitrag zum Stromausfall hat die Zeiten, wie lange Kühlung hält.

Lagern und pflegen

Die Hausapotheke gehört nicht ins Bad. Dort ist es feucht und warm, und beides verkürzt die Haltbarkeit. Ein abschließbarer Schrank im Flur oder Schlafzimmer ist richtig: kühl, trocken, dunkel, für Kinder unerreichbar. Alles bleibt in der Originalpackung mit Beipackzettel, weil auf loser Blisterware weder Name noch Datum stehen.

Zweimal im Jahr wird durchgesehen. Die Verfallsdaten sind bei Tabletten meist großzügig, bei angebrochenen Flüssigkeiten nicht: Augentropfen halten nach dem Öffnen vier Wochen, Säfte und Nasensprays wenige Wochen bis Monate, die Angabe steht auf der Packung. Schreib das Öffnungsdatum auf die Flasche. Abgelaufenes kommt in den Restmüll, in den meisten Kommunen ist das der richtige Weg; manche Apotheken nehmen es zurück, ins Abwasser gehört es nie.

Und wo das in Keepilo steht

Genau dieser Durchgang zweimal im Jahr ist der Schritt, der ausfällt, und dann ist das Fieberthermometer im Ernstfall leer und das Nasenspray drei Jahre abgelaufen. In Keepilo kommt die Hausapotheke deshalb ins Inventar wie der Vorrat: jedes Mittel mit Verfallsdatum, und die Übersicht zeigt, was in den nächsten Wochen abläuft, ohne dass du den Schrank öffnest. Die Medizinkarte je Haushaltsmitglied hält Dauermedikation, Allergien und Vorerkrankungen fest, und daraus entstehen die Notfallkarten im Scheckkartenformat, die im Portemonnaie liegen, wenn das Handy leer ist. Alles auf dem Gerät, ohne Konto und ohne Cloud, weil Gesundheitsdaten nirgendwo sonst hingehören.

Quellen

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